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Alles im Griff auf dem Narrenschiff?

Autor Vera Lengsfeld / Veröffentlicht am

 

Von Gastautorin Annette Heinisch

 

Wir leben in wirklich lustigen Zeiten. Die Politiker lassen massenweise illegale Einreisen in unser Land zu und Otto Normalbürger darf sich abrackern, um die Steuergelder zwecks Alimentierung dieser aufgedrängten “Bereicherungen“ zu erwirtschaften. Fliegt er aber mit seinen Kindern darob erschöpft einen Tag vor Beginn der Schulferien in den Urlaub, ist die Polizei zur Stelle um die „illegale Ausreise“ zu kontrollieren. Kein Wunder, dass sie dann an der Grenze fehlt.

 

Oder es erfolgt ein hysterischer Aufschrei, weil angeblich der gesamte Rechtsstaat ins Wanken gerät, wenn eine durchgeführte Abschiebung nicht umgehend nach Vorliegen einer nicht rechtskräftigen Einzelfallentscheidung rückgängig gemacht wird. D

 

ass aber ca. jede zehnte Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) mit einem Nichtanwendungserlass versehen wird, d. h. die Finanzverwaltung angewiesen wird, die Grundsätze des entsprechenden Urteils nicht auf vergleichbare Fälle analog zum Wohle des Bürgers und im Sinne der Rechtsstaatlichkeit anzuwenden, ist egal. Oder dass sich ein Bundesverfassungsgericht mittlerweile von seiner Aufgabe als Kontrollinstanz der Regierung verabschiedet hat – völlig egal.

 

Lustig ist auch, dass man langsam zu der Erkenntnis gelangt, dass es in Afrika womöglich ein Problem gibt mit schlechten Regierungen, fehlender Rechtssicherheit und Korruption und dass man diese Probleme nicht löst, sondern im Gegenteil verstärkt, wenn man diese fehlerhaften Systeme am Leben erhält, weil man ständig Geld hinein pumpt. Diese Erkenntnis ist eigentlich nicht neu, ebenso wenig wie folgende:

 

„Zu den äußerst positiven Folgen der Entwicklungshilfe gehören eine bessere medizinische Versorgung und eine Senkung der Kindersterblichkeit. Allerdings wächst dadurch 15 bis 20 Jahre später die Arbeitslosigkeit – wodurch wiederum der Auswanderungsdruck wächst.“

 

https://www.welt.de/politik/deutschland/plus176432712/Migration-Was-macht-eine-erfolgreiche-Entwicklungshilfe-aus.html

 

Diese Aussage, die Teil eines leider hinter der Bezahlschranke verborgenen, sehr interessanten Artikels von Ansgar Graw ist, weist auf einen Zusammenhang hin, der seit Jahrzehnten bekannt ist.

 

1989, also vor fast 30 Jahren, erschien Dietrich Dörners „Logik des Misslingens“ – Strategisches Denken in komplexen Situationen“. Es ist ein Buch, das ich nur jedem wärmstens empfehlen kann, der erfahren möchte, warum alles dermaßen schief geht. Die Antwort ist relativ einfach, man kann sie zusammengefasst dem Buchdeckel entnehmen:

 

„In komplexen, vernetzten und dynamischen Handlungssituationen macht unser Gehirn Fehler: Wir beschäftigen uns mit den ärgerlichen Knoten und sehen nicht das Netz. Wir berücksichtigen nicht, dass man in einem System nicht eine Größe allein modifizieren kann, ohne damit gleichzeitig alle anderen zu beeinflussen.“

 

Das Buch ist sehr amüsant zu lesen, es hat so schöne Kapitel wie „23 ist eine gute Zahl“, in welchem die menschliche Eigenart geschildert wird, völlig abstruse Zusammenhänge herzustellen, oder aber auch eines meiner Lieblingskapitel „Aus Fehlern lernen? Das muss nicht sein!“.

 

Eines der von Dörner geschilderten Experimente war die Tanaland – Simulation. Tanaland war ein erfundenes Land, welches der Sahel – Zone nachempfunden war. Zwölf Probanden sollten versuchen, die Lebensumstände dort zu verbessern, wobei sie zur Vereinfachung mit allen Handlungsvollmachten ausgestattet waren, quasi diktatorisch regieren konnten. Keiner fühlte sich davon überfordert, alle gingen frohgemut ans Werk.

 

Das Ergebnis lässt sich der Kapitelüberschrift entnehmen: „Das beklagenswerte Schicksal von Tanaland“. Einer der zwölf Probanden schaffte es, eine konstante Verbesserung der Lebensverhältnisse zu erreichen, alle anderen versagten nicht nur, sondern verursachten eine schreckliche Katastrophe. Anfangs gingen die Parameter steil nach oben, anders übrigens, als bei dem erfolgreichen Probanden, bei dem die Entwicklung gemächlicher verlief. Dann allerdings platzte die Blase und das Ergebnis war verheerend.

 

„Das ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass das Nahrungsangebot verbessert und eine gute medizinische Versorgung etabliert wurde. Dadurch stieg die Zahl der Kinder, die der Todesfälle sank. Die Lebenserwartung wurde insgesamt erhöht. Nach den ersten drei Sitzungen glaubten die meisten, sie hätten das Problem gelöst. Das Gefühl, durch ihre Maßnahmen nur eine Zeitbombe geschärft zu haben, kam ihnen nicht. Durch die in späteren Jahren fast notwendigerweise ausbrechenden Hungersnöte wurden sie vollkommen überrascht….Die Lage entwickelte sich notwendigerweise katastrophal, weil einer linearen und asymptotisch einschwenkenden Steigerung des Nahrungsangebotes eine exponentielle Steigerung der Bevölkerungszahl gegenüber stand.“ (S. 24, 25).

 

Wie steht es in dem aktuellen Artikel nochmal so hübsch? „Zu den äußerst positiven Folgen der Entwicklungshilfe gehören eine bessere medizinische Versorgung und eine Senkung der Kindersterblichkeit.“ Ja genau, sehr positiv – und entweder verhungern alle oder sie wandern aus. Das kann man sich eigentlich an zwei Fingern abzählen.

 

Bei den meisten Versuchspersonen kam es dann aufgrund der dynamischen Entwicklung zu einer nicht mehr auffangbaren geschweige denn umkehrbaren Katastrophe. Bemerkenswert war, dass die Protokollnotizen der einzelnen Sitzungen belegten, dass die Probanden aufgrund ihres anfänglich beeindruckenden Erfolges meinten, über die richtige Methode zu verfügen.

 

Kritisches Hinterfragen oder weitere Informationssammlung blieben aus. Auch das kann man bei uns aktuell erleben, kritische Reflexionen sind in der derzeitigen Debatte äußerst unbeliebt. Merkel folgen ist die richtige Methode, dabei bleibt es!

 

Dörner stellte aus Quintessenz dieses Versuches folgende fehlerhafte Verhaltensmuster fest (S. 32):

• Handeln ohne vorherige Situationsanalyse,
• Nichtberücksichtigung von Fern – und Nebenwirkungen,
• Nichtberücksichtigung der Ablaufgestalt von Prozessen,
• Methodismus: Man glaubt, über die richtige Maßnahmen zu verfügen, weil sich keine negativen Effekte zeigen,
• Flucht in die Projektmacherei
• Entwicklung von zynischen Reaktionen.

 

Da er schon damals so viel Ähnlichkeit mit der „real existierenden Realität“ sah, erschien ihm die Erforschung der Bedingungen solcher Reaktionen sehr bedeutsam. Diese weitere Forschung führte zu vielen, sehr aufschlussreichen Ergebnissen, auch im Bereich „Gruppendenken“. Dies ist ein Faktor, der im Gedankengebäude westlicher Demokratien keinerlei Rolle spielt, obgleich offensichtlich in seinen Folgen außerordentlich negativ.

 

Überhaupt basiert unser gesamtes politisches System auf der Hypothese, dass wir alle Politik können. Diese Hypothese wurde u. a. Durch diese Forschung widerlegt, auch an anderen Beispielen/Versuchen zeigte sich, dass zwar einige wenige in der Lage sind, in diesen speziellen Situationen, wie sie für Politik typisch sind, vernünftig zu agieren, die Mehrheit kann es jedoch nicht. Sie mag es lernen können, aber in die Wiege gelegt wird es den meisten nicht.

 

Was mich seit vielen Jahren fasziniert ist die Tatsache, dass diese und die darauf basierenden, weiteren Forschungsergebnisse, obgleich nicht nur einem interessierten Fachpublikum bekannt, niemals Eingang in die Politik gefunden haben. In anderen Bereichen werden sie genutzt, aber dort, wo sie am dringendsten der Umsetzung harren, werden sie totgeschwiegen.

 

Das ist fatal. Wir alle wissen, was die Evolution bedeutet. Sie funktioniert einfach gesagt nach dem Prinzip des „survival of the fittest“. Wir mögen in der Einbildung verhaftet sein, wir seien quasi Gott, für uns sei nichts unmöglich, daher könnten wir diese Regel außer Kraft setzen, indem wir unseren Fokus auf die Schwachen richten. Dabei vergessen wir, dass Schwachen nur durch Starke geholfen werden kann. Wenn wir überleben wollen, müssen wir die fittesten sein, d. h. auch und vor allen Dingen uns möglichst schnell optimal an veränderte Umstände und Erkenntnisse anpassen. Wenn man merkt, dass ein System auf falschen Annahmen beruht, dann muss man es ändern, je früher desto besser.

 

Aber wir machen weiter wie bisher. Wir meinen, das perfekte System gefunden zu haben, die unfelhbar beste aller Methoden. Dabei leiden nahezu alle entwickelten westlichen Demokratien an einer Spaltung der Gesellschaft, was dazu führt, dass erhebliche Teile der Bevölkerung durch den anderen Teil unterdrückt werden. Das ist kein System, das auf Dauer Bestand haben kann.

 

Zudem sind die westlichen Demokratien alle überschuldet, haben dysfunktionale Sozialsysteme und eine überalternde Bevölkerung, wobei die nachwachsende Generation weder durch Leistungsfähigkeit noch durch Leistungsbereitschaft glänzt. Angesichts der vielen Probleme, die auf uns zukommen, ist es objektiv unmöglich, mit diesem viel zu trägen Helikopter – Staat die Zukunft zu meistern.

 

Die interessante Fragen sind: Kommt es zu einem Umdenken und falls ja – was ich derzeit für unwahrscheinlich halte – ist es nicht schon längst zu spät? Und noch eine andere Frage drängt sich auf: Würde ein Umdenken zu einer Verbesserung führen oder wäre es ein Fall von „Aus Fehlern lernen? Das muss nicht sein!“

 

 

Weit mehr als zehn Millionen Ausländer
haben in Deutschland eine Heimat
 
Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Die Zahl der in Deutschland gemeldeten Ausländer nimmt weiter zu: Zum Jahresende 2016 waren im Ausländerzentralregister (AZR) gut zehn Millionen Menschen mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit erfasst, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mit. Das ist die höchste registrierte Zahl seit der Errichtung des AZR im Jahr 1967. In den Jahren 2015 und 2016 nahm die Zahl der Ausländer Destatis zufolge um 1,886 Millionen zu (+ 23,1 Prozent). Der Geburtenüberschuss der ausländischen Bevölkerung (Saldo aus Geburten und Sterbefällen) belief sich im Zeitraum 2015 und 2016 auf 98.700 Personen.
 
Seit Anfang 2015 wurden außerdem 229.800 Personen in Folge ihrer Einbürgerung aus dem Register gelöscht. Die im AZR registrierte ausländische Bevölkerung aus Nicht-EU-Staaten hat seit Anfang 2015 um 1,279 Millionen zugenommen (+ 28,5 Prozent), in den Jahren 2007 bis 2014 waren es zusammen nur 879.400 gewesen, teilten die Statistiker weiter mit. Der Zuwachs von 2016 gegenüber 2014 basiere vor allem auf der Zuwanderung aus Syrien (+ 519.700 beziehungsweise + 439,7 Prozent), Afghanistan (+ 178.100 beziehungsweise + 236,3 Prozent) und dem Irak (+ 138.500 beziehungsweise + 156,1 Prozent).
 
Hinweis Das sind die offiziellen Zahlen. Wie hoch die Dunkelziffer ist, wie viele sich illegal in Deutschland aufhalten, kann wohl keiner sagen. Wer schätzt, spricht von 3 Millionen, andere sagen: Es sind deutlich mehr. Die Bundesregierung spricht aktuell davon, die Zahl der offiziell registrierten Migranten in 2017 liege deutlich unter 200 000.
 
 

Redaktionelle Anmerkung:  Die meisten Ausländer leben in den USA, danach kommt Russland, das wesentlich kleinere Deutschland rangiert bereits auf Platz 3.

 

 

 

f r e i e   m e i n u n g

VERA LENGSFELD

  von Vera Lengsfeld

 

 

Die merkwürdigen Ausflüge

des Siemenschefs Joe Kaeser

in die Politik

Autor Vera LengsfeldVeröffentlicht am

 

 

Joe Kaeser sollte eigentlich genug zu tun haben. Er ist der Vorstandsvorsitzende eines der wichtigsten deutschen Unternehmen, der Siemens AG.


Siemens beschäftigt weltweit über 370.000 Arbeitskräfte, davon fast ein Drittel in Deutschland. Und dies in einem regulatorisch-politisch schwierigen Umfeld. So hat Siemens alle Hände voll zu tun, die Fusion seiner Mobilitätssparte mit der französischen Alstrom unter Dach und Fach zu bekommen. Das Gasturbinengeschäft leidet unter den Kapriolen der deutschen Energiewende, zu deren großen Unterstützern Siemens andererseits wegen Windfall-Profiten (im wahrsten Sinne des Wortes) im Bereich Windenergie zählt und die betriebswirtschaftlich hergeleitete mögliche Schließung ihres Werks in Görlitz musste der Weltkonzern – zum Glück für die betroffene Region Nordsachsen – wieder abblasen.


Man sollte also denken, dass Joe Kaeser ausgelastet ist und es sich im Sinne seines Unternehmens dreimal überlegt, bevor er sich politisch exponiert. Aber der Drang, auch ein wenig vom Wohlwollen der liberalen Weltelite für die Politik der Kanzlerin abzukommen, scheint wohl stärker zu sein. Denn Joe Kaeser kann nicht an sich halten, obwohl er durch seinen PR-technisch eher verunglückten Auftritt beim Essen bei Präsident Trump doch mehr als gewarnt sein dürfte. Man in der freien Wirtschaft doch eigentlich versucht von den Fehlern anderer zu lernen. Die Sprüche der Autokonzerne auf dem Höhepunkt der Willkommenswelle hängen deren Bossen noch heute an.

 

Aber Joe Kaeser kann offenbar nicht anders, er muss sich politisch einmischen. Mit der AfD hat man es als weltläufiger Konzernlenker ja vermeintlich leicht. Und mit Twitter auch das richtige Medium. Also haut Joe Kaeser nach der Generaldebatte im Bundestag in die Tasten und greift Alice Weidel frontal an: Natürlich gleich mit der größten Keule: Weidels Kritik an ‚Kopftuchmädeln‘ kontert Kaeser stilsicher damit, dass dies besser als ‚Bund deutscher Mädel‘ wäre. Was für ein schlimmer Vergleich! Was hat die Mädchenorganisation der Nationalsozialisten mit den aktuellen Diskussionen um nicht integrationswillige Migranten zu tun? Und was will uns der Siemenschef damit sagen? Ach ja, der angebliche Weidel-Nationalismus schadet unserem Wohlstand.

 

Diese peinliche Volte eines deutschen Konzernchefs wäre aber schon längst vergessen, wenn Kaeser nicht ständig nachlegen würde. Erst mischt er sich in den Sachstreit zwischen dem Innenminister und der Kanzlerin ein (raten Sie mal, auf welche Seite sich der Mutbürger Kaeser schlägt?), dann beklagt er sich, dass er und seine Familie angeblich auf Grund seiner Positionierung gegen Alice Weidel bedroht werden.

 

Ob Claudia Roth oder Kaeser: Es ist inzwischen Mode, mit angeblichen Drohungen an die Öffentlichkeit zu gehen. Tätlich attackiert worden sind bisher vor allem AfD-Politiker, bis hin zu Mordanschlägen, indem die Radmuttern von Autos gelockert wurden – eine Methode, der sich die Stasi schon gern bediente. Man wartet vergeblich auf die Verurteilung solcher Praktiken. Im Gegenteil: Den Betroffenen wird noch nahegelegt, sich nicht zum Opfer zu stilisieren.

 

Den Vogel abgeschossen hat Kaeser aber, als er vor einigen Tagen kundtat, dass ihn seine Dax-Vorstandskollegen in dem von ihm als notwendig angesehenen Kampf gegen Populismus, Nationalismus und Alice Weidel allein lassen würden.

 

Ich möchte in aller Deutlichkeit sagen, dass ich darüber nur froh bin.

 

Es ist nicht die Aufgabe eines Dax-Vorstandsvorsitzenden für die Bundeskanzlerin die Opposition klein zu halten. Es ist völlig daneben, dass der Chef eines deutschen Konzerns in einer innenpolitischen Debatte gegen die Fraktionsvorsitzende einer gewählten Partei die Nazikeule schwingt.

 

Es wäre eine schlimme Rollenübertretung, wenn die Chefs anderer großer Firmen ihm bei diesem Tun unterstützen würde. Wenn Joe Kaeser grüne Politik machen will (von da kam natürlich das einzig erwähnenswerte Lob), dann kann er sich in Erlangen gerne um eine Kandidatur bemühen. Nur ist dies eine völlig andere Aufgabe als einen Weltkonzern zu lenken.

 

Eine lebendige Demokratie lebt vom Wettstreit und Rollentreue. Opposition kontrolliert Regierung, Medien kontrollieren Politik und Wirtschaft, Justiz und Behörden agieren auf Basis der Gesetze und die Wirtschaft kümmert sich um Innovation, Wachstum und Beschäftigung und kämpft für sinnvolle regulatorische Rahmenbedingungen.

 

Lieber Joe Kaeser: Selbst in der DDR hat die Parteilinie in den Betrieben zu allererst der Parteisekretär vertreten – die besseren Firmenchefs haben auch in einem totalitären System versucht sich möglichst rauszuhalten. Besinnen Sie sich auf ihre hochdotierte Kernaufgabe und halten sich aus dem innerpolitischen Tagesgeschäft in Deutschland bitte raus.

 

 

 

 

Der Horror hinter dem freundlichen Gesicht!

 

Autor Vera LengsfeldVeröffentlicht am
 

Die russische Literatur hat Europa spätestens seit Fjodor Michailowitsch Dostojewski immer wieder Einblicke in die finsteren Abgründe menschlicher Gesellschaften und ihrer Seelen gegeben. Der Mörder Raskolnikow, die Dämonen der beginnenden marxistischen Bewegung, der Horror des Bürgerkrieges nach der Machtergreifung der Sowjets, das langsame Sterben der Bauern in den abgeriegelten Hungergebieten, das Lagerleben im Gulag.


Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion traten Schriftstellerinnen wie Ludmila Ulitzkaja an die Öffentlichkeit, die mit ihren harten Krimis ein eindrucksvolles Bild der zerrütteten Gesellschaft nach der kommunistischen Diktatur zeichneten.

 

In diese Reihe gehört Lana Lux, die 2017 ihren Debütroman „Kukolka“ veröffentlichte.


Die Handlung beginnt Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts in Lux’ Heimatstadt Dnipropetrovsk, in einem Kinderheim, das noch nach sowjetischer Art geführt wird. Kukolka, ein Findelkind, von dem man außer dem Ungefähren Alter nichts weiß, versucht durch Einhaltung der strengen Regeln über die Runden zu kommen. Das ändert sich, als Marina auftaucht, die von ihrem überforderten Vater ins Kinderheim abgeschoben worden war.

 

Als sie in der Nacht gemeinsam eine Strafe auf den kalten Fliesenboden des Waschraums absitzen müssen, werden die beiden Mädchen Freundinnen. Sie werden getrennt, weil Marina von einem deutschen Ehepaar adoptiert wird. Von Marina kommt noch ein Brief in einem Paket. Kukolka darf die Sachen, ihr erster Besitz, behalten, muss den Brief aber der Erzieherin überlassen. Sie kann den Verlust des Briefes nicht akzeptieren, stiehlt ihn in der Nacht und verlässt das Kinderheim. Sie ist fünf Jahre alt und hat die Welt außerhalb des Heims noch nie gesehen.

 

Sie landet am Bahnhof, wo sie von dem Kleinkriminellen Rocky aufgelesen wird. Rocky lebt davon, dass er obdachlosen Kindern eine Zuflucht bietet. Dafür müssen sie für ihn anschaffen gehen. Er nennt sie wegen ihrer Schönheit Kukolka, Püppchen. Sie muss für ihn betteln gehen. Das tut sie mit großem Erfolg, denn sie ist nicht nur ein außergewöhnlich schönes Kind, sondern sehr lern- und anpassungsfähig.

 

Zur Wohngemeinschaft in einem heruntergekommenen Haus ohne Strom und mit nur einem Ofen in der Küche, leben drogenabhängige Zwillinge, der Straßenmusikant Ilja, dem man mit dreizehn Jahren mit Säure das Augenlicht zerstört hat, weil er Zeuge eines Mordes wurde, die Taschendiebin Dascha, die von ihrem Großvater und dessen Saufkumpanen schon als Kleinkind sexuell so mißbraucht wurde, dass sie nicht mehr leben will, Lydia, die von ihrer Mutter verstoßen wurde, nachdem die den verkrüppelten Vater erstickt hat. Rocky fährt sie morgens zur „Arbeit“ und holt sie abends wieder ab. Die Tageseinnahmen müssen abgegeben werden. Das Geld braucht Rocky für seien Glücksspiele. Es kommt vor, dass nicht genug Essen da ist und nicht geheizt werden kann.

 

Als sie zehn wird, beginnt Rocky, Kukolka sexuell zu mißbrauchen. Es bleibt aber bei Fummeleien. Zu Kukolkas Glück, ist Lydia für die weitergehenden Bedürfnisse ihres „Beschützers“ da.


Von Dascha lernt Kukolka das Stehlen. Als sie an den Falschen geraten, wird Dascha vor Kukolkas Augen auf offener Straße erst vergewaltigt, dann erschossen. Damit nicht genug. Lydia, die versucht, mit einer Schwangerschaft Rocky an sich zu binden, wird von ihm zur Abtreibung gezwungen, an der sie stirbt.

In dieser Situation taucht Dima auf. ein junger Mann, wie aus dem Bilderbuch: Gut aussehend, offenbar reich, gut riechend und ein vollendeter Kavalier, der Kukolka Rosen schenkt und sie zum Essen ausführt. Als er vorschlägt, dass Kukolka zu ihm ziehen soll, willigt sie sofort ein.

 

Sie kann anfangs ihr Glück nicht fassen. Dimas Wohnung hat fließendes warmes Wasser, ist schön eingerichtet und absolut sauber. Hier scheint sie ihrem Elend entronnen zu sein. Auch Dimas sexuelle Annäherungsversuche sind anfangs sanft, aber zielstrebig. Er bringt ihr alles bei, was man als Prostituierte können muss, ohne das zu sagen. Alles soll aus Liebe geschehen. Sie ist gerade zwölf. Der erste Riß in der Idylle entsteht, als Dima „geschäftlich“ nach Deutschland muss und Kukolka zwanzig Tage allein in der Wohnung zurücklässt. Verlassen kann sie ihr Verließ nicht, denn Dima behauptet, nur einen Schlüssel zu haben.

 

Als er endlich zurückkommt, hat er einen Paß dabei und schickt Kukolka nach Deutschland, wo er auch eine Wohnung hat. Bei ihrer Ankunft in Deutschland wird sie von Wowa, einem Geschäftspartner Dimas, abgeholt. Wowa nimmt ihr den Pass ab, bringt sie in Dimas Wohnung, wo sie wieder eingeschlossen viele Tage warten muss, ehe der Geliebte auftaucht.


Dima macht sich umgehend daran, sie als Prostituierte zu vermieten. Anfangs behauptet er, sie müsse ihm helfen, weil er Schulden abzuzahlen habe und umgebracht würde, wenn er nicht zahlen könne. Aus Liebe zu ihm tut sie alles, was er will. Sie hat eine übermächtige Angst vor dem Verlassenwerden. Sie braucht schließlich Drogen, um durchzuhalten. Unter Drogeneinfluss ermordet sie einen besonders ekligen Freier mit einer Wodkaflasche. Danach verkauft ihr Zuhälter sie für 15.000 Euro an eine „Agentur“ in Berlin-Charlottenburg.


Er lockt sie unter dem Vorwand dorthin, sie solle sich in diesem Haus von ihrem Schock erholen. Sobald er weg ist, eröffnet ihr die Chefin des Hauses, sie müsse innerhalb eines Jahres ihre „Schulden“ von 30. 000 Euro abarbeiten, plus Kosten für Miete, Verpflegung, Medikamente, Kondome und sonstige Notwendigkeiten. Nach Begleichung ihrer “Schulden“ könne sie die Agentur verlassen, oder weiter auf eigene Rechnung arbeiten. Ihre Fotos würden ins Internet gestellt. Sie müsse „Kunden“ Tag und Nacht zur Verfügung stehen.

 

Außer ihr gab es noch sechs andere Mädchen. Die eine wurde unter dem Vorwand, als Haushaltshilfe arbeiten zu sollen, nach Deutschland gelockt, eine andere erpresste man mit der Drohung, ihren Sohn in der Ukraine zu ermorden, eine Dritte hatte gehofft, in Deutschland studieren zu dürfen. Sie alle wurden Sexsklavinnen.


Lux beschreibt hier die Zeit, als die rot-grüne Bundesregierung mit einem Erlass des Staatssekretärs im Auswärtigen Amt „In dubio pro libertate“ für eine Einreisewelle aus der Ukraine sorgte. Die Dienste der Sexsklavinnen wurden auch gern von bekannten Fernsehmoderatoren in Anspruch genommen. Wie es den Frauen hier erging, interessierte die Humanisten mit dem freundlichen Gesicht allerdings nicht.

 

Als es Kukolka auf einer Tankstelle gelang, ihrem Bewacher zu entkommen, war sie schon so beschädigt, dass sie operiert werden musste. Nur ihre Name – Samira – war ihr unbeschädigt geblieben. So konnte sie Kukolka hinter sich lassen. Auf Rat der behandelnden Ärztin und einer russischen Wissenschaftlerin, die sich ihrer annahm, ging Samira zur Polizei, um ihre Aussage zu machen. Sie musste sich allerhand Fragen gefallen lassen, wieso sie das Haus nicht einfach verlassen habe, warum sie keine Papiere hätte, warum sie nicht gemeldet und krankenversichert sei.

 

Aber zu einer Vorladung oder gar Verhaftung kam es nicht. Sowohl der Zuhälter, als auch die „Agentur“ blieben unbehelligt. Mit der importierten Mafia legt sich die deutsche Polizei lieber nicht an, weder im Buch, noch im wirklichen Leben.

 

Lana Lux: „Kukolka“ hier bestellen

 

Zur Person    Vera Lengsfeld, Publizistin und Politikerin, stammt aus dem mitteldeutschen Sondershausen (Thüringen).  Sie war Bürgerrechtlerin und Mitglied der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR. Von 1990 bis 2005 gehörte sie dem Deutschen Bundestag an, zunächst bis 1996 für Bündnis 90/Die Grünen,  ab 1996 für die CDU. Seitdem wirkt sie als freischaffende Autorin.

 

Frau Lengsfeld ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes.  .

 

www.vera-lengsfeld.de

 

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Ein Denkmal für August Gaul
Ausschreibungfrist läuft bis zum 15. August


Hanau - Das in 2019 bevorstehende Jubiläum des 150. Geburtstags von August Gaul liefert der Stadt Hanau den Anlass, den in Großauheim geborenen Künstler mit einem Denkmal zu würdigen. Wie Oberbürgermeister Claus Kaminsky sagt, hat der Magistrat dieser Tage den Kunstwettbewerb "Denkmal August Gaul" beschlossen und damit die Ausschreibung gestartet. Die ausführlichen Unterlagen, in denen Anregungen aus der Bürgerschaft und vom Ortsbeirat Großauheim/Wolfgang aufgenommen wurden, sind auf http://www.hanau.de/kultur/076175/index.html einzusehen.

 

Sie finden sich auch auf überregionalen Ausschreibungsseiten, etwa des Bundesverbands Bildender Künstler sowie des Berufsverbandes Handwerk Kunst Design Deutschland.


Bis 15. August 2018 haben nun professionelle Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit, ihre Bewerbungsunterlagen an Martin Hoppe, Fachbereich Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen der Stadt Hanau zu senden, bei dem die Geschäftsführung des Wettbewerbs liegt. Ende August wird eine Jury fünf Vorschläge auswählen, die anhand von Modellen weiter präzisiert werden.

 

Nach einer zweiten Jurysitzung im Oktober ist der konkrete Vorschlag für die Realisierung zu erwarten - ein Jahr vor dem offiziellen Einweihungstermin rund um Gauls 150. Geburtstag am 22. Oktober 2019. Die Vorschläge werden öffentlich präsentiert.


August Gaul wurde 1869 in Großauheim geboren. Er ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Moderne und war Mitgründer der Berliner Sezession.

 

Das Museum Großauheim für Kunst und Industriegeschichte unter Leitung von Beate Alice Hofmann präsentiert Gauls Leben und Werk ausführlich mit zahlreichen Plastiken, darunter die berühmte bronzene stehende Löwin. Neben dem Georg Kolbe Museum in Berlin und dem Museum der bildenden Künste in Leipzig gilt der Hanau-Großauheimer Museumsbestand als die bedeutendste öffentliche Sammlung zu August Gaul weltweit.


Die Öffnungszeiten des Großauheimer Museums sind samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 3 Euro, ermäßigt 2 Euro, Kinder und Jugendliche zahlen 1 Euro Eintritt. 


 

Personen-

bezogene Daten und ihr Schutz

 

Eine neue 'Ordnung' im Internet hat begonnen ... Es gelten europaweit die gleichen Regeln für den Datenschutz. Ob die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSVGO) den Schutz des Verbrauchers wirklich zu erhöhen vermag - wir wissen es nicht. Wir hoffen, dass die gleichzeitig angestrebte Offenlegung, wie Unternehmen mit den Daten ihrer Kunden und Nutzer umgehen, den gewünschten Erfolg hat. Wir sind sehr skeptisch. Wir glauben, dass der Verbraucher mehrheitlich nicht davon profitiert - sondern ganz andere Leute, die sicher wieder eine Menge Schlupflöcher entdecken und sich so die Taschen erneut vollstopfen können. Wir glauben auch, dass sich jetzt wohl eine Vielzahl private Blogger aus dem Internet verabschieden und darunter die Meinungsvielfalt empfindlich leiden wird. Auch manche Existenz wird dadurch vernichtet. Wir haben für uns notwendige Vorkehrungen getroffen. So wurde z. B. Analytics-Systeme abgeschaltet. Wir verdienen kein Geld mit unseren Seiten, die Nutzung ist kostenlos. Insofern können  wir uns keine horrenden 'Strafen' leisten. Wir haben die Befürchtung, angesichts der Tatsache, dass globale Konzerne den Datenschutz in ihrem Sinne aushebeln können und auch in erheblichem Umfang steuerliche Vorteile zu nutzen vermögen (in dem sie frech erst gar keine Steuererklärungen in Deutschland abgeben), dass es noch mehr kleineren nationalen Unternehmen 'an den Kragén' geht. Wenn wir beitragen können, dies zu verhindern, dann tun wir das. Ein 'Europa der Vaterländer' ist uns zudem wichtiger als ein Europa, das von der EU-Adminstration in Brüssel  mit einengenden Bestimmungen und Verordnungen dirigiert wird, die nie ein nationales Parlament passiert haben. Die neue  europäische Datenschutzverordnung hat übrigens im Wesentlichen ihren Ursprung in - Deutschland. 

     

Hans M. Schmidt (Hrsg.)

 

 

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